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Ausbildungsberuf Modellbauer

In kaum einem anderen Land Europas ist die Ausbildung zum Modellbauer so umfassend und kompetent wie in Deutschland. Dass dieser hohe Anspruch in den einzelnen Ausbildungsstätten konstant gehalten wird, überwachen die Modellbauer-Innungen und der Bundesinnungsverband.
 
Der handwerkliche Beruf Modellbauer und der industrielle Beruf Modellbaumechaniker wurden 2009 zu dem gemeinsamen Beruf Technischer Modellbauer / Technische Modellbauerin zusammengeführt. Die Erstausbildung erfolgt auf Grundlage der Ausbildungsverordnung vom 27. Mai 2009. Die Berufsausbildung erfolgt in den drei Fachrichtungen

Anschauung,
Gießerei,
Karosserie und Produktion.

In den beiden ersten Jahren verläuft die Lehre parallel. Ab dem dem dritten Lehrjahr gliedert sich die Ausbildung in die drei Fachrichtungen. Die Ausbildung über 3,5 Jahre erfolgt im dualen System, also im Verbund aus betrieblicher Lehre und Berufsschule. Die Prüfung wird als gestreckte Gesellen-/Abschlussprüfung durchgeführt.
Je nach Einsatz in Industrie und Handwerk, planen technische Modellbauerinnen und technische Modellbauer technische Modelle  von unterschiedlichster Art und stellen sie her. Dabei kommen vielfältige Materialien und Werkstoffe und entsprechende Verfahren zum Einsatz.
 
Die Berufsschulen vermitteln dabei den Schülern allgemeine und berufsbezogene Lerninhalte für die Berufsausbildung, die Berufsausübung und im Hinblick auf die berufliche Weiterbildung. Die bundesweit einheitlichen Inhalte des Unterrichts werden im sog. Rahmenlehrplan festgehalten.
 
Zur Anpassung an die technische Entwicklung im Modellbauer-Handwerk werden Teile der betrieblichen Ausbildung in Form von überbetrieblichen Unterweisungen durchgeführt. Die Lehrgänge finden bundesweit zentral an der Bundesfachschule Modellbau in Bad Wildungen statt.


Ausbildungsinhalte und -profile

Berufliche Qualifikationen 
 
Herstellen von Modellen für den Karosseriebau oder von Produktionsmodellen als Vorlage für die Einzel- und Serienfertigung sowie für den Formen- und Werkzeugbau, dabei Anwenden von manuellen und maschinellen Fertigungsmethoden
Berücksichtigen der Sicherheit und des Gesundheitsschutzes bei der Arbeit sowie des Umweltschutzes
Be- und Verarbeiten von Werk- und Hilfsstoffen
Planen und Konstruieren von Produkten des Karosserie- oder Produktionsmodellbaues
Erstellen von Fertigungsunterlagen, Festlegen von Fertigungsverfahren 
Einrichten, Bedienen und Instandhalten von Werkzeugen, Geräten, Maschinen und technischen Einrichtungen, 
Anwenden computergestützter Fertigungsverfahren 
Herstellen von Mustern, Prototypen oder Fertigungseinrichtungen
Anfertigen von Karosserie- oder Produktionsmodellen 
Anwenden von Antriebs- und Steuerungstechnik 
Ändern und Instandsetzen von Modellen, Modelleinrichtungen oder Fertigungseinrichtungen 
Prüfen von Karosserie- oder Produktionsmodellen

Inhalte der Berufsausbildung 
 
Gegenstand der Berufsbildung sind mindestens die im Ausbildungsrahmenplan (Anlage) aufgeführten Fertigkeiten, Kenntnisse und Fähigkeiten (berufliche Handlungsfähigkeit). Eine von dem Ausbildungsrahmenplan abweichende Organisation der Ausbildung ist insbesondere zulässig, soweit betriebspraktische Besonderheiten die Abweichung erfordern.
Die Berufsausbildung gliedert sich wie folgt:
 
Abschnitt A
Berufsprofilgebende Fertigkeiten, Kenntnisse und Fähigkeiten:

Erstellen von Fertigungsunterlagen,
Be- und Verarbeiten von Werk- und Hilfsstoffen,
Festlegen von Fertigungsverfahren,
Einrichten, Bedienen und Instandhalten von Werkzeugen, Geräten, Maschinen und technischen Einrichtungen,
Anwenden von computergestützten Fertigungsverfahren,
Herstellen von Modellen, Formen oder Modelleinrichtungen,
Herstellen von Mustern, Prototypen oder sonstigen Fertigungseinrichtungen,
Ändern und Instandsetzen von Modellen, Modelleinrichtungen oder Fertigungseinrichtungen,
Anwenden von Antriebs- und Steuerungstechnik,
Anwenden von Prüfverfahren;

Abschnitt B
Weitere berufsprofilgebende Fertigkeiten, Kenntnisse und Fähigkeiten in der Fachrichtung Gießerei:

Planen und Konstruieren von Produkten des Gießereimodellbaus,
Planen der Fertigung,
Herstellen von Gießereimodelleinrichtungen oder Dauerformen,
Prüfen von Modelleinrichtungen oder Dauerformen;

Abschnitt C
Weitere berufsprofilgebende Fertigkeiten, Kenntnisse und Fähigkeiten in der Fachrichtung Karosserie und Produktion:

Planen und Konstruieren von Produkten des Karosserie- oder Produktionsmodellbaus,
Planen der Fertigung,
Anfertigen von Karosserie- oder Produktionsmodellen mit unterschiedlichen Be- und Verarbeitungsverfahren,
Prüfen von Karosserie- oder Produktionsmodellen;

Abschnitt D
Weitere berufsprofilgebende Fertigkeiten, Kenntnisse und Fähigkeiten in der Fachrichtung Anschauung:

Planen und Gestalten von Anschauungsmodellen,
Planen der Fertigung,
Herstellen von Anschauungsmodellen,
Gestalten und Behandeln von Oberflächen,
Prüfen von Anschauungsmodellen,
Vorbereiten von Anschauungsmodellen für den Versand;

Abschnitt E
Integrative Fertigkeiten, Kenntnisse und Fähigkeiten:

Berufsbildung, Arbeits- und Tarifrecht,
Aufbau und Organisation des Ausbildungsbetriebes,
Sicherheit und Gesundheitsschutz bei der Arbeit,
Umweltschutz,
Anwenden von Informations- und Kommunikationssystemen, Kundenorientierung,
Planen und Vorbereiten von Arbeitsabläufen, Auswerten von Informationen, Arbeiten im Team,
Durchführen von qualitätssichernden Maßnahmen.

Kein Job wie jeder andere

Der Produktionsmodellbauer stellt Modell-, Form- und Meßeinrichtungen her, hält sie instand, ändert und repariert sie. Alle vom Produktionsmodellbauer hergestellten Waren sind Produktionsmodelle, Werkzeuge, Arbeits- oder Hilfsmittel, welche zur Einzel- bzw Serienfertigung von spanlos und spanend gefertigten Produkten benötigt werden. Gußerzeugende, gußverarbeitende und gußverbrauchende Betriebe des Gießereiwesens, der Maschinenbauindustrie, der Automobilindustrie, der Chemieindustrie sowie der Kunststoffteile fertigenden und weiterverarbeitenden Industrie sind vom Produktionsmodellbauer abhängige Partner.

Alle vom Anschauungsmodellbauer hergestellten Waren sind Anschauungsmodelle - maßstäblich genaue verkleinerte oder vergrößerte Modelle von Objekten, die zweidimensional, also gezeichnet, nicht exakt vorstellbar dargestellt werden können. Hierbei müssen Bau- und Werkpläne angewendet werden sowie auf Design und historische Stilentwicklungen geachtet werden.

Die Aufgabe der Modellbauer besteht darin, nach Konstruktionszeichnungen, Skizzen, Vorlagen und Bildern Produktions- und Anschauungsmodelle zu bauen. Hierbei müssen vom Produktionsmodellbauer alle form- und gießtechnischen Notwendigkeiten, aber auch die maschinellen Voraussetzungen für die Formherstellung oder das Umformen sowie die speziellen hochdruck- und wärmetechnischen Anforderungen beim Dauerformenbau für die kunststoffverarbeitende Industrie berücksichtigt werden. Vom Anschauungsmodellbauer wird großes Einfühlungsvermögen in die oft unvollständigen Auftragszeichnungen und Pläne erwartet. Sehr gute Kenntnisse der Oberflächenbehandlung sind wegen der naturgetreuen Darstellung aller Anschauungsmodelle erforderlich.

Als Werkstoffe werden vom Modellbauer Holz, Kunststoff, Leichtmetalle, Nichteisenmetalle, Gußeisen und Stahl, synthetische Stoffe, z.B. Acrylglas, verarbeitet. Daneben werden viele Halbfertigteile, Hilfsmittel und Farben zur Herstellung von Modellen benötigt. Die Grundlage für den Modellbau bilden die in den Konstruktionsbüros gefertigten Werkstattzeichnungen. Nach diesen Vorlagen gestaltet und baut der Modellbauer in der Modellbauerwerkstatt die Modelleinrichtungen, die Urmodelle und Dauerformen aus unterschiedlichstem Material.

Ein Hightech-Beruf

Modellbau - eine abwechslungsreiche, kreative Arbeit, die trotz des Einsatzes modernster Technologien solide handwerkliche Fähigkeiten ebenso fordert, wie ein ausgeprägtes Raumgefühl und die Freude am Umgang mit den unterschiedlichsten Materialien. 

 

Kontakt

Lange Reihe 62
44143 Dortmund

Tel. (0231) 51 77 -110
Fax. (0231) 51 77 -196